2025

Inhaltsverzeichnis


Tages Kultouren

Eine Fahrt in die Hamburger Kammeroper

Leitung: Frank Lubowitz
Die Hamburger Kammeroper ist auch in diesem Jahr
eines der ersten Ziele der KulTouren der Deutschen
Kulturgesellschaft – viele Mitglieder warten jedes Jahr auf
diesen Programmpunkt
Als Vorprogramm ist ein Besuch und eine Führung über
den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg vorgesehen. Für
kurze Wege auf dem Friedhof ist vielleicht vor allem bei
den Damen ein anderes Schuhwerk nötig als später am
Abend im Theater.
Das Opernerlebnis ist dann wieder – wie in jedem Jahr
– mit einem Opernmenü inkl. der Getränke verbunden.
Auf dem Programm steht ein für die kleine Bühne der
Hamburger Kammeroper adaptierte Fassung von Mozarts
„Cosi fan tutte“ – man darf gespannt sein.
Leistungen: Busfahrt, Besuch und Führung des Ohlsdorfer
Friedhofs, Operneintritt und Opernmenü inkl. Getränke,
Reiseleitung

Fahrt nach Tondern und Lügumkloster

Leitung: Dr. Knut Franck
Die älteste Handelsstadt Dänemarks (1243) besticht durch
ihr abwechslungsreiches Stadtbild mit eindrucksvollen
Gebäuden unterschiedlicher Architekturepochen,
Auf unserem Stadtrundgang besuchen wir die
Christuskirche mit reichhaltigem Inventar aus der
Renaissance und eindrucksvollen Epitaphien.
Anschließend geht es zum Kaffeetrinken zurück nach
Deutschland (Neukirchen) und von dort erneut über die
Grenze nach Lügumkloster. Das Kloster wurde um 1170
von Zisterziensermönchen gebaut. Die Klosterkirche
ist eines der schönsten und bedeutungsvollsten
Kirchengebäude des mittelalterlichen Dänemarks.
Leistungen: Busfahrt, Kaffeegedeck, Reiseleitung.

Fahrt zur NordArt in Büdelsdorf

Leitung: Helga Sorgalla
Auf dem Gelände der historischen Eisengießerei
Carlshütte findet die 26. NordArt statt. Sie ist eine
der größten jährlichen Ausstellungen in Europa
mit ausgewählten Werken von 200 Künstlern und
Künstlerinnen, die gemeinsam die Geschichte der
Zeit erzählen. Fokus der NordArt 2025 ist in diesem
Jahr – JAPAN „DO/dat_code“. DO ist ein Schlüssel zur
japanischen Kultur, ein Türöffner, ein erster Einblick.
Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Deutschen
Japanmuseum Schloss Mitsuko und Raum für Raum
Düsseldorf.
Die Kunsthistorikerin Almut Rix wird uns durch die
Ausstellung führen. Danach bleibt noch genügend
Zeit, auf eigene Erkundungen zu gehen oder auch
das Eisenkunstgussmuseum mit dem Kombiticket zu
besuchen.

Fahrt zum Multimar-Wattforum

Leitung: Gilda Friede
Eine fachkundige Führung vermittelt einen interessanten
Überblick und viele Fakten zum Lebensraum
Wattenmeer. Danach bleibt viel Zeit, die verschiedenen
Ausstellungsbereiche mit den Aquarien, die
Walausstellung sowie die erst 2023 neu eröffnete 2000
qm große Freianlage für Fischotter selbst zu erkunden.
Das Mittagessen nehmen wir im Wattforum ein.
Am Nachmittag ist ein Kaffeetrinken im Herrenhaus
Hoyerswort vorgesehen.

Fahrt zum Nolde-Museum Seebüll und Orgelkonzert in
Langenhorn

Leitung: Gilda Friede
Es ist eine lange Tradition, die unser langjähriger
Schatzmeister Harr Trapp begründet hat und die jetzt
von unserer früheren Geschäftsführerin fortgesetzt wird,
die jeweils aktuelle Ausstellung im Nolde-Museum zu
besuchen und anschließend nach einem Abendessen zu
einem Konzert des Langenhorner Orgelsommers in der St.
Laurentius-Kirche zu fahren. Es spielt Daniel Zaretzky, St.
Petersburg, an der historischen Busch-Paschen-Orgel.

Fahrt nach Dithmarschen und Besuch des Dithmarscher
Landesmuseums in Meldorf

Leitung: Frank Lubowitz
Im Rahmen der schleswig-holsteinischen Geschichte
nimmt Dithmarschen eine Sonderstellung ein. Als freie
Bauernrepublik konnte es sich das gesamte Mittelalter
hindurch seine Unabhängigkeit gegen die Schauenburger
und später die Oldenburger Herrscher in ihrer
Nachbarschaft erhalten, ehe die Dithmarscher Freiheit in
der „letzten Fehde“ 1559 unterging.
Das vor wenigen Jahren neu gestaltete Dithmarscher
Landesmuseum in Meldorf zeigt sowohl diese Geschichte
als auch die Entwicklung Dithmarschens in den folgenden
Jahrhunderten bis in die 1960er Jahre.
Nach dem Besuch des Museums mit Führung und einem
gemeinsamen Mittagessen steht ein Stadtrundgang in
Meldorf mit dem Besuch des Meldorfer Doms auf dem
Programm.


Halbtages Kultouren

Besuch des Schifffahrtsmuseums Nordfriesland

Leitung: Frank Lubowitz
Seit mehr als dreißig Jahren ist das aus privater Initiative hervorgegangene Schifffahrtsmuseum Nordfriesland in Husum ein Anziehungspunkt in der Storm-Stadt. Nicht zuletzt die zufällige Entdeckung eines 14 m langen Lastenseglers aus dem 16. Jahrhundert im Schlick bei Uelvesbüll, seine Konservierung und Unterbringung im Schifffahrtsmuseum in einer eigens dafür gebauten Halle ist spektakulär. Wir werden das Husumer „Zuckerschiff“ und die Geschichte seiner Entdeckung und Bergung im Museum erleben können.
Anschließend gehen wir zu Fuß etwa 15 min. durch die
Husumer Innenstadt zum Kaffeetrinken ins Schlosscafé.

Besuch der James Farm

Leitung: Helga Sorgalla
In der Gemeinde Hörup, rund 25 km westlich von
Flensburg, befindet sich die James Farm, einer der
modernsten landwirtschaftlichen Betriebe Schleswig-
Holsteins.
Grundgedanke war der Aufbau eines landwirtschaftlichen
Betriebes, der im Sinne der früher üblichen
Selbstversorgung eine möglichst umfassende Palette an
Lebensmitteln produziert.
Die James Farm bietet auserlesene, regionale Produkte
an, die von Käse- und Fleischspezialitäten über Obst und
Gemüse bis hin zu Brot- und Backwaren aus der Region
reicht. Wie die vielen Produkte hergestellt werden, können wir
uns selbst genauer anschauen. Denn Transparenz ist
ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Hofkultur.
Nach dem Rundgang gibt es für uns im Event Raum eine
Brotzeit mit den hauseigenen Produkten.

Neues und Altes in und um Flensburg

Leitung: Hans-Friedrich Kroll
Alle diejenigen, die glauben, ihre Heimatstadt Flensburg
gut zu kennen, sind immer wieder überrascht, was Herr
Kroll bei seinen informativen Fahrten Neues zu berichten
hat. Auch in diesem Jahr ist wieder eine Fahrt durch
Flensburg mit kleinen Ausstiegen vorgesehen.
Eine Mittagspause auf eigene Kosten ist wie immer
eingeplant.


Mehrtages Kultouren

Das Ruhrgebiet erkunden

Leitung: Frank Lubowitz
Das Ruhrgebiet, einst das Zentrum von Kohle und Stahl
und damit der Industrialisierung Deutschlands hat hat
im vergangenen halben Jahrhundert eine gewaltige
Wandlung vollzogen: Vom industriellen Kraftzentrum
seit dem Kaiserreich über die Krise der Schwerindustrie
in den 60er Jahren zu einem Aufbruch in ein modernes
Industriezentrum, vor allem aber auch zu einem
europäischen Kulturzentrum
Die Vielfalt dieser Städtelandschaft wollen wir von
unserem Ausgangspunkt Essen erkunden und dabei
die Zeche Zollverein – Weltkulturerbe – als einen
Ausgangspunkt nehmen. Selbstverständlich gehört die
Villa Hügel der Familie Krupp zum Programm, ebenso
wie die Margarethenhöhe, eine von Margareth Krupp
initiierte Siedlung für Mitarbeiter der Kruppschen
Werke, die erste Gartenstadt Deutschlands und damit als Denkmal von europäischem Rang gilt.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Besuch der Aalto-Oper in Essen, zunächst zur Besichtigung dieses herausragenden Operngebäudes, dann für eine Aufführung von Verdis Nabucco.
Außerdem stehen der Besuch des Folkwang-Museums in Essen und des Museums Küppersmühle in Duisburg auf dem Programm.

Reformation – Kunst – Aufklärung

Leitung: Dr. Knut Franck
Unter diesem Motto steht eine Kulturreise nach
Wittenberg, Wörlitz und Torgau.
Entlang der Elbe geht es über Dömitz und Havelberg nach
Wörlitz, wo wir im Hotel „Zum Stein“ übernachten.
Am Dienstag wandern wir durch einen der ersten und
schönsten Landschaftsparks Deutschlands, der seit
25 Jahren Welterbestätte der UNESCO ist. Friedrich Franz
von Anhalt ließ nach englischem Vorbild rund um den
Wörlitzer See ein Gartenkunstwerk gestalten, mit Schloss,
antiken Tempeln, neogotischen Bauten, Grotten, einer
Vulkaninsel und vielem mehr.
Am Nachmittag besuchen wir Torgau, wo Russen und
Amerikaner gemeinsam den Sieg über Nazi-Deutschland
feierten. Wir besuchen Schloß Hartenfels und die
Stadtkirche St. Martin, in der Luther häufig predigte.
Am Mittwoch halten wir uns den ganzen Tag in
Wittenberg auf. Nach einer Stadtführung und dem Besuch
der Stadtkirche können Sie den Tag selbst gestalten. Das
Lutherhaus ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
Sie können die Cranach-Höfe und Cranach-Häuser
besichtigen, Schloss und Schlosskirche, das 360 Grad
Panorama Luther 1517, das Melanchthonhaus usw.
Auf gemeinsame Besuche von Museen habe ich
verzichtet, da die Interessenlage unterschiedlich ist.
Sowohl in Torgau wie in Wittenberg können Sie selbst
entscheiden, was Sie sich anschauen wollen. Die
Eintrittskosten sind relativ gering. Einzelheiten erfahren
Sie auf der Reise


Abendvorträge

Von Gottorf über Moskau nach Isfahan. Die Gesandtschaft
Herzog Friedrichs III. zum Zaren und
zum Schah 1636–1639

Prof. Dr. Dr. Ludwig Steindorff, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft


Um Staatsfinanzen und Prestige zu steigern, plante
Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf
den Aufbau einer neuen Handelsroute von Friedrichstadt
und Schleswig über das Moskauer Reich
nach Persien. Eine Gesandtschaft reiste 1636–1639
nach Moskau und weiter nach Isfahan zur Aushandlung
entsprechender Privilegien. In seinen wirtschaftspolitischen
Zielen endete das Projekt als Fehlschlag,
doch der Reise verdanken wir das schon in seiner Zeit
schnell berühmt gewordene Buch von Adam Olearius
über die „Moscowitische und persische Reise“, in
erster Auflage 1647, in zweiter von 1656 erschienen.
Im Vortrag wird es vor allem um die Erlebnisse der Gesandtschaft
gehen. Als Hauptquellen werden Olearius‘
Ausführungen wie auch der bisher fast unbekannte
Parallelbericht des russischen Gesandten Aleksej Romantschukow
dienen. Karten und zeitgenössische Darstellungen
dienen der Veranschaulichung.

Künstliche Intelligenz, was ist das?

Prof, Dr. Alexander Piel, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft


Wir hören täglich neue Nachrichten über die Fortschritte
der Künstlichen Intelligenz (KI), die gleichermaßen
Hoffnungen auf technischen Fortschritt wecken
und Ängste vor Fremdbestimmung und Überwachung
schüren. Doch, wie funktioniert KI? Kann der Laie verstehen,
was darin vorgeht und wie KI aus Datenmengen
lernt? Was heißt eigentlich „lernen“? Der Vortrag
gibt hierzu an einer Reihe von Beispielen einen einfachen
Einstieg für Nicht-Fachleute.

Die Eroberung des Aztekenreiches durch Hernando
Cortez (1519-1521) – Heldengeschichte oder
Kolonialverbrechen?

Prof. Dr. Detlev Kraack, Plön

Im Jahre 1519 setzte der Spanier Hernando Cortez
(1485-1547) mit einer kleinen Flottille und einem
überschaubaren Gefolge von Kuba aus an die mittelamerikanische
Küste über und begann mit einem
ebenso wagemutigen wie rücksichtslosen Eroberungszug.
Dieser führte am Ende zur Zerstörung des
Aztekenreiches und zur Begründung spanischer Kolonialherrschaft
im heutigen Mexiko. Was bis weit ins

Jahrhundert als eine der kühnsten Taten des Entdeckungszeitalters
galt, wird heute kritisch hinterfragt.
Ein genauerer Blick auf die Ereignisse offenbart, dass
es für beide Bewertungen gute Argumente gibt. Der
Vortrag unternimmt den Versuch, den in vielerlei Hinsicht
interessanten Gegenstand in differenzierter Form
darzustellen und den historischen Protagonisten Gerechtigkeit
widerfahren zu lassen.

Der Krieg in der Ukraine. Stand der Dinge und der
Probleme heute

Prof. Dr. Dr. Manfred Hanisch, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft


Probleme gibt es viele. Nur drei an dieser Stelle (im
Vortrag dann mehr):
Der Ukrainekrieg hat die längste Friedenszeit in Europa
– drei Generationen lang – 77 Jahre – beendet!
Was folgt daraus?
Das Völkerrecht kann in den Mistkübel der Geschichte
geworfen werden, wenn Putin sich durchsetzt. Geht
wieder Macht vor Recht?
Und: Kann eine Atommacht besiegt werden. Die Geschichte
kennt keine Antworten.
Im Vortrag geht es also um sehr Grundsätzliches. Nicht
um das Klein-Klein der Tagespolitik und der widerstreitenden,
„richtigen“ Antworten.

Wie viel Mensch verträgt die Erde?

Prof. Dr. Volkmar Helbig
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft
Auf unserem Planeten sind die Ressourcen  in allen Bereichen endlich. Dies begrenzt notwendigerweise die Anzahl der Menschen, die darauf leben können. In dem Vortrag wird versucht, durch die Betrachtung verschiedener Aspekte – Energie, Nahrungsmittel, Rohstoffe, Umwelteinflüsse usw. – ein Gefühl dafür zu bekommen, in welcher Größenordnung die Zahl der Menschen liegt, die bei nachhaltigem Wirtschaften langfristig die Erde bevölkern können.

Grönland – eine arktische Insel im Wandel

Prof. Dr. Manfred Bölter, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft
Grönland steht heut wegen seiner wichtigen Rolle als Indikator für den Klimawandel im Fokus der Beobachtung. Verschiedene Modelle sagen Grönland eine große Veränderung voraus, mit weitreichenden, globalen Konsequenzen. Die Insel hat eine lange und vielfältige Geschichte der Besiedlung und Nutzung durch Mensch und Natur. Rohstoffvorkommen lassen sie heute besonders wichtig werden. Das bedeutet aber große Umstellungen in der Soziologie einer Gesellschaft in der Wandlung von Jägern und Fischern in eine Industriegesellschaft.

Nordafrikanische Korsaren und nordeuropäische
Sklavenkassen

Prof. Dr. Detlev Kraack, Plön
Von Nord- und Ostsee verlagerte sich der überregionale Seehandel während
der Frühen Neuzeit mehr und mehr in den Atlantik und ins Mittelmeer.
Damit gerieten auch Flensburger Schiffe und Besatzungen in den Blick von Korsaren
aus den „Barbareskenstaaten“ an der nordafrikanischen Küste. Um die in Gefangenschaft
geratenen Seeleute freizukaufen, wurden ab dem frühen 17. Jahrhundert zunächst in Hamburg und Lübeck und 1712 auch in Dänemark – „Sklavenkassen“ eingerichtet, in die Seefahrende solidarisch einzahlten. Später schlossen die Staaten zum Schutz der eigenen Seefahrt Verträge mit den „Barbareskenstaaten“ ab und refinanzierten die entsprechenden Zahlungen durch die obligatorische Ausgabe von „Türkenpässen“ für Schiffspassagen in die betreffenden Seegebiete. Der Vortrag behandelt das Schicksal von in Gefangenschaft geratenen Seeleuten aus den Herzogtümern Schleswig und Holstein und die Bemühungen um deren Freikauf.

Pax optima rerum – Friedensschriften

Prof. Dr. Thorsten Burkard Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft
Pax optima rerum, das Motto der Kieler Christian-Albrechts-Universität, stammt zwar aus
dem Altertum, in dem man sich wenig Gedanken über Pazifismus und ein allgemein verbindliches Völkerrecht gemacht hat. Erst der bedeutende und einflussreiche Humanist Erasmus von Rotterdam (um 1466-1536), hat in mehreren lateinischen Werken einen für seine Zeit radikalen Pazifismus vertreten, indem er Imperialismus und Angriffskrieg mit deutlichen Worten verurteilte und nicht müde wurde, die Unmoral und die Schrecken eines jeden Kriegs unmissverständlich vor Augen zu führen. Am berühmtesten ist seine Klage der Friedensgöttin (Querela Pacis), die auf der ganzen Welt
keine Heimat zu finden vermag. Liest man Erasmus’ Friedensschriften nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, so sind ihre expliziten wie impliziten Warnungen häufig erschreckend aktuell und lassen sich zwangsläufig und ungezwungen auf moderne Zeiten übertragen. Die Parallelen sind meistens (leider) nur allzu offensichtlich.


Sophiesminder Nachmittage

Zeitreise durch Flensburg 1949 – 1973 Science-
Fiction?

Dieter Nickel, Flensburg

Nein! Dieter Nickels Filmarchiv macht´s möglich. In
einem ca. einstündigen Vortrag mit drei Filmen reisen
die Zuschauer durch drei Jahrzehnte Flensburger Geschichte:
1) „Das erste Flensburger Rumkistenrennen am 9. Oktober
1949“
Das erste große Sportvergnügen der Nachkriegszeit
lockt über zehntausend Besucher an. Kleine Rennfahrer
haben mit großem Enthusiasmus und Erfindungsgeist
ihre originellen Seifenkisten gebaut – die
in Flensburg natürlich „Rumkisten“ heißen – und liefern
sich einen spannenden, nicht ganz pannenfreien
Wettkampf, mit anschließender Siegerehrung.
2) Flensburg – Im Rhythmus der Zeit“
1959 entstand dieser professionelle Werbefilm,
der in den schleswig-holsteinischen Kinos im Vorprogramm
lief und erst 2003 auf einem Flohmarkt
wieder auftauchte. Flensburg: Eine liebenswerte alte
Stadt im Zeichen des Wirtschaftswunders, deren
knapp 100.000 Einwohner sich hauptsächlich von
den Erzeugnissen des Umlandes ernähren.
3) „Auf Schienen durch Flensburg – Alltag und Ende
der Straßenbahn“
Über 65 Jahre lang beförderte die Flensburger Straßenbahn
täglich tausende von Fahrgästen – bis zu
ihrer Stilllegung am 3. Juni 1973. Der Abtransport
der noch brauchbaren Fahrzeuge und die Verschrottung
des kläglichen Restes belegen unwiderruflich:
Die Ära der Flensburger Straßenbahn ist Vergangenheit

Auf Eisfahrt von Longyearbyen nach Thule

Kurt Günter Jörgensen, Flensburg

Die Eisberge der Antarktis hatten wir im Oktober letzten
Jahres kennengelernt. Nun nimmt der Referent uns
mit auf eine Reise in die Arktis. Es ist eine Expeditionsreise
von Spitzbergen über die Bäreninsel und Island
nach Ammassalik/Ostgrönland und durch den Prins
Christians Sund entlang der grönländischen Westküste
über Ilulissat bis nach Thule. Unsere Fahrt mit MS
Bremen wurde fachlich begleitet durch Ethnologen,
Glaziologen, Geologen, Biologen und Fischereiwissenschaftler.
Wir hatten Kontakt zur Bevölkerung.

Kirchen, Kunst und Kultur in Spanien

Thomas Nolte, Flensburg

Der Referent lässt uns teilhaben an Erlebnissen, die er
und seine Frau auf einer Reise in Spanien machten. Es
geht von den Fallas in Valencia über die Semana Santa
in Murcia bis nach Córdoba und Santiago de Compostela.

Geh mit mir den Sternenweg

Volker Masuhr, Flensburg
Stell dir vor, du bist noch nie mehr als 10 Kilometer am Stück zu Fuß gegangen und hast dir nun vorgenommen, eine Strecke von 800 Kilometern mit einem Rucksack zu bewältigen. –  Wir werden mitgenommen auf eine Reise. durch Nordspanien. Der Weg führt durch unwegsame Bergregionen an die entlegensten Orte auf dem Weg zum Ziel – Santiago de Compostela. Wir bekommen tiefe Einblicke in die Erlebniswelt des Jakobsweges. Der Vortrag vereint Abenteuer, versönlichkeitsentwicklung und Ratgeberschaft auf der legendären Pilgerroute des Camino Francés.
Wir schauen dem Vortragenden auf seiner äußeren und inneren Reise direkt über die Schulter. Wir erleben überwältigende Landschaften, ungewöhnliche Begegnungen und Erkenntnisse über das Leben und sich selbst.

Afrika-Reise

Kurt-Günter Jörgensen, Flensburg
Im Jahr 2019 besuchte der Referent zusammen mit seiner Frau den „Schwarzen Kontinent“. Er lädt uns ein, sich an diese Reise anhand von Bildern und Beschreibungen zu erinnern: Wir starten in Kasane/Botsuana, besuchen den Chobe- Nationalpark am Sambesi und verschiedene Camps im Okavango- Delta. Dann fliegen wir zu den Victoria- Fällen in Simbabwe und besteigen den Shongololo- Express (African Explorer) bis nach Pretoria. Dabei durchqueren wir Mosambik , das Königreich Eswatini und Südafrika. Unterwegs besuchen wir den Hwange- Nationalpark, das Kapama- Schutzgebiet und den Krüger- Nationalpark. Wir sehen viele Menschen und Tiere, nicht nur die „Big Five“.“

Winter und Advent

Ker Dezember ist in unseren Breiten ein dunkler, kalter Monat Die Tage werden zwar ab dem 21.12. stetig etwas länger, aber der Blues hat häufig die Menschen fest im Griff. Da ist es gut, etwas näher zusammen zu rücken und bei Kuchen und einem heißen Getränk die Lebensgeister zu wecken. Inhaltlich soll es um Texte, Gedichte und Bräuche gehen, die sich um das Thema Winter, Advent und Weihnachten ranken. Auch an das gemeinsame Singen ist gedacht. Mitwirkende und der genaue Ablauf stehen bei Drucklegung noch nicht fest. Sie dürfen gespannt sein.


Musische Nachmittage im Kloster

Vorhaben des Verschönerungsvereins

Dr. Thomas Gädeke, Flensburg

Der seit 1880 bestehende Verschönerungsverein Flensburg
sieht sich in unserer Zeit des nahezu gänzlich
fehlenden Gestaltungswillens im öffentlichen Raum
vielfältig herausgefordert. Der Verein hat sich um die
Valentiner Allee, den Erlenweg, den Volkspark und die
Marienhölzung Verdienste in Anlage und Pflege von
Naturräumen erworben. Als mittelfristiges Ziel wird
die Schaffung eines Brunnens mit figürlichen Plastiken
auf dem Südermarkt (wo bis 1937 ein Brunnen vor der
Nikolaikirche stand) gesehen. Das Deutsche Haus ist
ein Juwel klassisch-moderner Baukunst. Insbesondere
sein äußeres Erscheinungsbild ist ungepflegt und sollte
mit relativ geringem Aufwand seine Stärken im Stadtbild
wieder entfalten können.

St. Nikolai Flensburg, Kirchenraum in Not

Dr. Marcus Friedrich, Flensburg, Axel Gülstorff, Flensburg

Die Kirche St. Nikolai zu Flensburg wurde ab Ende des
14.Jahrhunderts in zwei Bauabschnitten errichtet. Das
Gebäude ist eine gotische Backstein-Hallenkirche mit
zwei Seitenschiffen und einem 90 m hohen Turm. Sie
liegt als größte Hauptkirche Flensburgs am zentralen
Südermarkt. Die Kirche gehört zu den überregionalen
Kirchen der „Europäischen Route der Backsteinkirchen“
und steht im Gespräch in die Liste „National wertvoller
Kulturdenkmäler Deutschlands“ aufgenommen zu
werden.
Nach Sanierung einer der größten und prächtigsten
Orgeln Schleswig-Holsteins wird nun der Innenraum
saniert, momentan begonnen mit dem 1. Bauabschnitt
im Nordschiff. Mit hohem Kostenaufwand sind viele
Schäden zu beheben und u.a. 3.500 m² Wand-und Gewölbeflächen
zu sanieren. Wie kann das gelingen?

Aktuelle Themen der Denkmalpflege in Flensburg

Eiko Wenzel, Flensburg

Flensburg ist neben Lübeck die denkmalreichste
Stadt in Schleswig-Holstein. Die Stadt kann sich
glücklich schätzen, dass so viele Gebäude ihre
Geschichte erzählen und sie für Einheimische
und Gäste interessant machen. Die Erhaltung ist
aber auch eine ständige Herausforderung. Von
den Sanierungserfolgen, aber auch von den akut
gefährdeten Denkmälern Flensburgs berichtet Eiko
Wenzel, der die Aufgabe des Denkmalpflegers in
Flensburg seit 36 Jahren wahrnimmt.

Vom „Unpolitischen“ aus Lübeck zum Weltbürger. Thomas Manns großer Wandel

Prof. Dr. Julia-Karin Patrut, Flensburg
Der Vortrag zeichnet ausgehend von den „Betrachtungen eines Unpolitischen“ Thomas Manns Wandel zu einem demokratischen Denker nach, der letztlich vom Exil aus seine Stimme für Humanität, Menschenrechte und Weltbürgertum erhoben hat. Dieser Wandel ermöglicht es auch, Thomas Mann heute im Lichte von Konzepten wie Interkulturalität, Grenzüberschreitung und Ähnlichkeit zu lesen und so einen neuen Blick auf seine Texte zu werfen, insbesondere auf die Tetralogie „Joseph und seine Brüder“.

Warum wir derzeit nicht im Kloster sein können

Eiko Wenzel, Flensburg
Zu den ältesten Bauten Flensburgs zählt das ehemalige Franziskanerkloster St. Katharinen am Klostergang, möglicherweise ist es der älteste Ziegelbau der Stadt. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst, die Gebäude wurden für Armenwohnungen umgebaut. Als Hospital und Kloster Zum Heiligen Geist ist die Anlage bis in die Gegenwart eine nachgefragte Wohnanlage für ältere Menschen. Durch einen durchgreifenden Umbau in den 1970er Jahren ist leider viel historische Substanz
zerstört worden. Zurzeit läuft erneut ein großer Umbau in den historischen Gebäuden. Die Denkmalpflege begleitet diese Baumaßnahme intensiv, um aus den noch erhaltenen Spuren Erkenntnisse über die Geschichte der Klosteranlage zu gewinnen. Der langjährige Denkmalpfleger der Stadt, Eiko Wenzel, berichtet über Entwicklung der Klosteranlage, die bislang gewonnenen Informationen über die Baugeschichte und die noch immer offenen Fragen.

Urlaubsseelsorge – Pastor auf dem Kreuzfahrschiff

Thomas Nolte, Flensburg

In diesem Vortrag werden wir auf ein Kreuzfahrtschiff mitgenommen. Pastor Thomas Nolte berichtet über seine Eindrücke, die er als Pastor auf einem Kreuzfahrtschiff hat sammeln dürfen. Dabei kommt er zugleich auf die Geschichte der modernen Kreuzfahrt zu sprechen und blickt auf die Faszination, die die Weltmeere bei Menschen auslösen. Untermalt wird der Vortrag von einigen Lichtbildern.


Schleswigsche Gespräche

„Brandenburger“ im Einsatz. Deutsche Geheimagenten
und der Überfall auf Dänemark am 9. April

Prof. Dr. Hans Schulz Hansen, Apenrade

In den Stunden vor dem deutschen Überfall auf Dänemark
am Morgen des 9. Aprils 1940 waren deutsche
Agenten im Grenzland im Einsatz, um den Einmarsch
deutscher Truppen zu unterstützen. Ihre Tätigkeit, die
von Flensburg aus erfolgte, forderte Opfer. Drei dänische
Grenzgendarmen wurden bei der Bahnüberführung
in Padborg/Pattburg getötet. Auch anderswo kam
es zu Zwischenfällen zwischen deutschen Agenten
und dänischen Gendarmen und Zivilisten. Prof. Dr.
Hans Schultz Hansen stellt neue Forschungsergebnisse
zu den Ereignissen vor 85 Jahren vor.

Erst verfolgt und dann gefragt – Die Herrnhuter
Brüdergemeine in Herzogtum Schleswig im 18.
Jahrhundert

Florian Jungmann M.A., Kiel

Im Jahr 1773 wurde im nördlichen Teil des Herzogtums
Schleswig auf einem ehemaligen Gut der Grundstein für
Christiansfeld, eine charakteristische Siedlung der Herrnhuter
Brüdergemeine gelegt. Fast 250 Jahre später verdeutlicht
die Aufnahme Christiansfelds in das UNESCO
Weltkulturerbe 2015 und die Erweiterung dieses Titels
2024 um die Standorte Herrnhut (Sachsen), Bethlehem
(Pennsylvania), Gracehill (Nordirland) die transnationale
und kulturhistorische Bedeutung der Herrnhuter Brüdergemeine.
Im dänischen Gesamtstaat konnte diese so
außerordentliche Glaubensgemeinschaft zur Gründung
Christiansfelds bereits auf eine wechselvolle Geschichte
von knapp 50 Jahren zurückschauen. Der Vortrag erkundet
diese verzweigte und wendungsreiche Vorgeschichte
Christiansfelds und der Brüdergemeine im dänischen
Gesamtstaat.

Fahrten zur Staatsoper Hamburg

In bewährter Kooperation mit dem Verein der Musikfreunde
Flensburg bieten wir den Mitgliedern der
Deutschen Kulturgesellschaft die Möglichkeit zum
Besuch der Hamburger Staatsoper.
Die Termine für das kommende Jahr stehen bereits fest,
und wir möchten sie Ihnen gerne schon jetzt mitteilen.

Wikingerdämmerung Das Jahr 1066 und das Ende der Wikingerzeit

Dr. Volker Hilberg, Schleswig
Im Jahr 1066 eroberte der Herzog der Normandie, Wilhelm, England, nachdem er in einer blutigen Schlacht  den angelsächsischen König Harold getötet hatte. Im selben Jahr wurde die alte Hafenstadt Haithabu von Slawen überfallen und zerstört. Der dänische König Sven Estridsen ordnete daraufhin ihren Wiederaufbau an anderer Stelle an. Es entstand die mittelalterliche Stadt Schleswig. Neben diesen beiden Ereignissen führen langwierigere Prozesse und Umbrüche zu einschneidenden Veränderungen der damaligen Lebenswelten, die in diesem Vortrag anhand von Beispielen aus den Bereichen Herrschaft, Wirtschaft und Religion erläutert werden.

Zwischen Hausbau und Kartoffel Das Besiedlungs- und Kultivierungsprojekt der Heide- und Moorflächen der jütischen Halbinsel im 18. Jahrhundert

Vivien Specht, Kiel
1759 begann die von der dänischen Regierung geförderte Besiedlung der jütischen Halbinsel mit dem Ziel, ungenutzte Flächen landwirtschaftlich zu erschließen. Tausende, meist süddeutsche Siedlungsmigranten, versuchten durch Melioration und neue Feldfrüchte den kargen Boden nutzbar zu machen. Dabei entstanden dörfliche Gemeinschaften – nicht ohne Konflikte. Der Vortrag beleuchtet die Spannungsfelder zwischen Migration, Identität und landwirtschaftlichen Reformen dieses groß angelegten Projekts.