Inhaltsverzeichnis
- Tages Kultouren
- Halbtages Kultouren
- Mehrtages Kultouren
- Abendvorträge
- Sophiesminder Nachmittage
- Musische Nachmittage im Kloster
- Schleswigsche Gespräche
Tages Kultouren
Die Mitte des Landes zwischen Eider und Schwentine:
Von Bordesholm durchs Barkauer Land nach Preetz
Die Exkursion wird uns zunächst nach Bordesholm
führen, wohin das 1127 von Vicelin in Neumünster
gegründete Kloster im 14. Jahrhundert verlegt wurde.
Die Bordesholmer Anlage der Augustinerchorherren
verfügte über bedeutenden Grundbesitz und wurde nach
der Reformation zunächst Fürstenschule und später zum
Ausgangspunkt für die Gründung der Christian-Albrechts-
Universität im Jahre 1665. Bis heute beeindruckt die
seit dem 18. Jahrhundert als Pfarrkirche fungierende
Anlage. Sie beherbergt zahlreiche bemerkenswerte
Ausstattungsstücke, so unter anderem das als Kenotaph
konstruierte Doppelfigurengrabmal für Herzog Friedrich I.
und seine Ehefrau Dorothea.
Das nächste Ziel ist Brügge mit der interessanten
Dorfkirche. Von dort aus geht es durch die überaus
reizvolle Landschaft des „Barkauer Landes“ über
Kirchbarkau weiter nach Preetz. Einen abschließenden
Höhepunkt wird die Besichtigung der historischen
Preetzer Stadtkirche bieten. Sie erscheint heute in
barockem Gewande, steht jedoch in der Tradition eines
mittelalterlichen Sakralbaus, der sich an selbigem Ort
bereits vor der Begründung des Preetzer Klosters im frühen 13.
Jahrhundert befand.
Odense mit H.C. Andersen Museum
Erleben Sie Hans Christian Andersen auf völlig neue
Weise, wenn der Autor und seine Werke durch Klang,
Licht, Raum und Szenographie zu Ihnen sprechen.
Diese Installationen sind in Zusammenarbeit mit zwölf
internationalen Künstlern entstanden und suchen
weltweit ihresgleichen. Das 2021 eröffnete Museum
ist von dem japanischen Architekt Kengo Kuma gebaut
worden und umfasst 12.600 qm. Hier können Sie ihr
eigenes Abenteuererlebnis gestalten.
Kaffee am Bus auf der Rückfahrt auf eigene Rechnung.
Helgoland
Alles ist geregelt: Für einen Tag auf See mit dem Ziel und
einem mehrstündigen Aufenthalt auf der Hochseeinsel
Helgoland. Auf der M/S Funny Girl sind Sitzplätze und
Verpflegung reserviert.
Mit der Inselbahn geht es durchs Unterland von
Helgoland, anschließend besuchen wir das Helgoland
Museum im Rahmen einer Führung.
Das Oberland mit atemberaubendem Blick über das
weite Meer und zur vorgelagerten Düne erkunden Sie
in Eigeninitiative. Die Lange Anna, den Lummenfelsen
und die weiteren Aussichtspunkte sind hervorragend
beschildert, so dass die kulturhistorischen Hintergründe
erläutert werden.
Es besteht die Möglichkeit zum zollfreien Einkauf, bevor
es um 16.00 Uhr heißt „Leinen los“ zur Rückfahrt.
Viel Wasser! – Eine Fahrt in die Hamburger Kammeroper
Jedes Jahr warten vielen Mitglieder der Deutschen
Kulturgesellschaft darauf, was die Hamburger
Kammeroper wohl im Programm haben mag. Fast ebenso
spannend ist die Frage, was sich die Kulturgesellschaft
als Nachmittagsprogramm vor dem Opernbesuch mit
Opernmenü einfallen lässt.
Diesmal geht es auf Stadt- und Hafenrundfahrt – mit dem
Hafencityriverbus, einem Amphibienbus, in dem wir
zunächst eine klassische Stadtrundfahrt machen werden,
ehe es ohne Umstieg aufs Wasser geht. Eine spannende
Angelegenheit.
Wasser spielt gewissermaßen auch in der Kammeroper
eine Rolle. „Die Perlenfischer“ leben und lieben auf einer
Insel im Meer, und wir hören – konzertant – die von
George Bizet dramatisch komponierte Dreiecksgeschichte
der beiden Freunde Zurga und Nadir und ihrer großen
Liebe Leila mit dem berühmten Freundschaftsduett „Au
fond du temple saint“
NordArt in Büdelsdorf
Auf dem Gelände der historischen Eisengießerei
Carlshütte findet die 25. NordArt statt. Sie ist eine der
größten jährlichen Ausstellungen in Europa, in diesem
Jahr mit Sonderprojekten und ausgewählten Werken von
200 Künstlern und Künstlerinnen, die gemeinsam die
Geschichte unserer Zeit erzählen.
Die Kunsthistorikerin Almut Rix wird uns durch den
Skulpturenpark und die Hallen führen. Danach bleibt
noch genügend Zeit, auf eigene Erkundungen zu
gehen oder auch das Eisenkunstgussmuseum mit dem
Kombiticket zu besuchen.
Halbtages Kultouren
Alter Eiderkanal
Vom Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals, dem Eiderkanal,
sind nur noch wenige Reste erhalten. Auf einer kleinen
Exkursion werden wir die Besonderheiten dieser ersten
künstlichen, aus dem 18. Jahrhundert stammenden
Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee kennenlernen.
Ihre Schleusen konnten die Höhenunterschiede
überwinden und galten als Wunderwerke der Zeit. Der
Kanal war für seegehende Schiffe geplant und war zu
seiner Zeit der meistbefahrene Kanal Europas. Wir beginnen
unsere Tour beim Packhaus in Holtenau, wo damals die
Kanaleinfahrt lag, heute beginnt hier der Nord-Ostsee-Kanal.
Es geht weiter zum Herrenhaus Knoop, dass vom Architekten
Bundsen errichtet wurde, der in Flensburg Friedhof und
Bundsenkapelle geplant hat. Bei Sehestedt fahren wir mit der
Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal, die Kaffeepause findet
auf dem Gut Steinwehr statt. Danach besichtigen wir die Reste der
Schleusenanlage und der Klappbrücke in Kluvensiek.
Karten und Informationstafeln vermitteln einen Eindruck
von Planung und Umsetzung einer einzigartigen
Pioniertat, die es bis dahin weltweit nicht gab.
Jüdisches Museum Rendsburg
Am historischen Ort, in der ehemaligen Synagoge
Rendsburgs, kann man in die Geschichte der frühen
jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein eintauchen.
Die Themen reichen von der Emanzipation der
jüdischen Bevölkerung und die Integration in die
Mehrheitsgesellschaft bis zur Verfolgung, Vertreibung und
Ermordung während der Zeit des Nationalsozialismus.
Aber auch das jüdische Leben in der Gegenwart ist
Gegenstand der neuen Dauerausstellung. Wie erfolgte der
Aufbau neuen jüdischen Lebens nach der Shoa und wie
haben sich die Gemeinden in späteren Jahrzehnten mit
der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion neu
organisiert. Schließlich die Frage: Was bewegt jüdische
Mitbürger in Schleswig-Holstein und in Deutschland
heute.
In und um Flensburg
Ein Potpourri von Althergebrachtem, Bekanntem, und
Verändertem der Eigenarten und Besonderheiten soll uns
die Fördestadt Flensburg ins Gedächtnis rufen.
Im Rahmen einer Busfahrt durch unsere Fördestadt und
dieses Jahr in den südlichen Randbereich wollen wir
unsere Heimat erkunden. Ein kurzer Spaziergang ist
vorgesehen. Eine Mittagspause ist eingeplant.
Schloss Gottorf
Anja Schindler lädt ein zu einem lebendigen Dialog
auf den Spuren der Gottorfer Kunstkammer – Titel:
Spiegel der Welt. Der Kurator Dr. Ingo Borges führt
uns durch diese Ausstellung. Es bleibt Zeit zum Besuch
anderer Ausstellungen auf der Museumsinsel wie u.a.
spektakuläre Installationen der portugiesischen Künstlerin
Joana Vasconcales. Es besteht die Möglichkeit, sich
zwischendurch einen Kaffee im Kreuzstall zu bestellen.
Nach Schließung des Museums um 17.00 Uhr und
evtl. Kunstermüdung fahren wir zum Lindauhof und
bekommen Tea Time beim „Landarzt“.
Klimapark Artefact in Glücksburg
Führung durch das Zentrum für nachhaltige Entwicklung
artefact in Glücksburg: 30 Jahre Pionierarbeit vom
Tagungshaus mit lokalen Baustoffen über Deutschlands
ersten Energie-Erlebnispark bis zum Schleswig-Holstein
Solarcup und eigenen Handlungsfeldern werden
durch den Geschäftsführer Werner Kiwitt vorgestellt
(anschließend Kaffee und Kuchen).
KZ Außenlager Ladelund und Lügumkloster
Dieser Halbtagesausflug bietet ein Kontrastprogramm.
Zunächst geht die Fahrt in eines der ehemaligen
Außenlager des KZ-Neuengamme in Ladelund. Hier
sollten die Häftlinge Panzergräben errichten, um einen
Angriff der Alliierten aufzuhalten. 2000 Häftlinge
mussten in der Zeit vom 1.11. bis zum 16.12.44 unter
katastrophalen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten.
Ein Großteil der Gefangenen kam aus einem Dorf in
den Niederlanden. Sie wurden von der SS als Vergeltung
für einen Anschlag als Geiseln genommen. In den nur
sechs Wochen des Bestehens starben 300 Menschen.
Wir besuchen Friedhof und die Gedenkstätte, zu der ein
Projekt eines Lehrers der Flensburger Auguste-Victoria-
Schule mit seinen Schülern den Anstoß gab.
Eine Kaffeepause schließt sich an
Das nächste Ziel ist Lügumkloster in Nordschleswig,
wo wir die Kirche und die Reste des Zisterzienserklosters
besichtigen, das 1173 gegründet wurde. Die dreischiffige
Backsteinbasilika gehört zu den eindrucksvollsten
nordischen Sakralbauten. Die Kirche wurde im spätromanisch/
frühgotischem Stil nach den strengen Regeln
der Zisterzienser errichtet. Nach der Reformation wurde
das Kloster Gutsbetrieb und aus Abbrüchen der Klostergebäude
wurde das danebenliegende Schloss errichtet.
Mehrtages Kultouren
Kunst, Kultur und Natur erleben in Kopenhagen,
Helsingør und Umgebung
Kunst, Kultur und Natur in einer atemberaubenden
Landschaft am Øresund, Historisches und
Modernes verbinden sich zu einem erfüllenden
Ganzen. Die Gutsanlage mit Museumsbesuch
von Karen Blixen ist erstes Ziel, zur Einstimmung
werden wir dort zum Lunch erwartet mit exquisitem
Blick über den Park nach Westen und den Øresund
und Schweden nach Osten. Unser Hotel in
Kopenhagen liegt im Stadtteil Nordhavn.
Das weltberühmte Museum für moderne Kunst
Louisiana ist das nächste Tagesziel. Ganz in der
Nähe liegt Helsingør mit seinem Kulturhafen, mit
Kronborg, Hamlets Schloss, und dem Maritimen
Museum, es wurde zum besten Kulturgebäude der
Welt auserkoren.
Der dritte Tag ist Kopenhagen vorbehalten mit
Stadtbesichtigung und am Abend mit einem
Besuch der Neuen Oper, es gibt die Modern
Dance Vorstellung „Under Dybet“. Am Abreisetag
werden wir uns auf den interaktiven Wanderweg
des Philosophen Søren Kierkegaard in Gilleleje
begeben.
Den Abschluss bildet der Besuch des Arken
Museums in Ishøj, vorrangig mit Ausstellungen von
Nachwuchs-Künstlern aus Skandinavien.
Bitte denken Sie an bequemes Schuhwerk.
Kirchen, Burgen, Schlösser östlich des Harzes
Wernigerode ist ein guter Ausgangspunkt für eine
KulTour, die uns vor allem zu Sehenswürdigkeiten östlich
des Harzes führt. Oberhalb der Stadt liegt das Schloss
Wernigerode und das Welfenschloss Blankenburg liegt
auf unserem Weg zu weiteren Zielen.
Östlich unseres Ausgangspunktes liegt z.B. die
bedeutende sächsische Kaiserresidenz Quedlinburg
mit der Stiftskirche – aber auch mit einem Lyonel
Feiniger gewidmeten Museum. Weitere Ziele sind die
mittelalterliche Burg Falkenstein, und das Renaissance-
Schloss Bernburg, die „Krone Anhalts“, sowie die barocke
Schlossanlage von Ballenstedt.
Ein Höhepunkt werden Dom und Domschatz von
Halberstadt sein – und der Besuch des John- Cage-Orgel-
Kunst-Projekts in der Halberstädter Burchardi Kirche: Ein
auf die Dauer von 639 Jahren angelegtes Orgelstück –
eine Zeit- und Klangerfahrung ganz eigensinniger Art.
Die Fußwege werden so kurz wie möglich gehalten, aber
weder Burganlagen noch Schlösser bieten in jedem Fall
einen ebenden Zugang, bitte beachten Sie das bei der
Wahl Ihres Schuhwerks, auch mit Treppen ist zu rechnen.
Köln-Bonn
Diese KulTour führt in die ehemalige Bundeshauptstadt
Bonn.
Bei einem Stadtrundgang lernen wir Bonn näher kennen,
ein Spaziergang an der Rheinpromenade führt uns ins
ehemalige Regierungsviertel mit Bundestag, Wasserwerk,
Palais Schaumburg, Bundeskanzleramt und dem „Langen
Eugen“.
Ein Ausflug führt ins malerische Ahrtal, wo heute der
ehemals streng geheime Bunker der Bundesregierung aus
dem Kalten Krieges besichtigt werden kann. Die Fahrt
führt vorbei an den Resten der Brücke von Remagen,
deren Sprengung in den letzten Kriegstagen missglückte
und den Amerikanern den Rheinübergang ermöglichte.
Ebenfalls von Bonn aus ist es ein kurzer Weg nach
Rhöndorf zum Wohnort des ehemaligen Bundeskanzlers
Adenauer. Adenauers Haus ist Museum und Gedenkstätte.
Nach dem Besuch des Adenauer-Hauses fahren wir auf
den Drachenfels und genießen den Ausblick über das
Rheintal. Anschließend geht es noch auf den Petersberg
zum ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung.
Abendvorträge
Der historische Jesus – Grundprobleme einer
historisch-kritischen Sicht auf dem „Stifter“ einer
Weltreligion
Prof. Dr. Enno Edzard Popkes, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Sei den Anfängen einer historisch-kritischen Erforschung des frühen Christentums zog die Frage nach
der historischen Gestalt Jesus von Nazareth stets
eine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Vor dem
Hintergrund einer Skizze der Forschungsgeschichte werden in diesem Vortrag die methodischen
Grundlagen der modernen Jesusforschung erläutert.
Ebenso sollen die zentralen Fragen und Probleme
benannt werden, welche nach wie vor in den Forschungsdiskursen kontrovers diskutiert werden.
Was gehört zur Geschichte Russlands?
Prof. Dr. Ludwig Steindorff
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Über alle Phasen der gegenseitigen Annäherung
und Abgrenzung hinweg ist die Geschichte Russlands vielfach mit der Geschichte Gesamteuropas
verflochten. Wir werden diese Bewegungen durch
die Perioden der Geschichte Russlands verfolgen:
Von der Zeit der Kiewer Rus, die gleichermaßen
auch der Anfang der Geschichte der Ukraine und
von Belarus bildet, über das Moskauer Reich zum
Imperium der Petersburger Ära; Russland innerhalb
der Sowjetunion; die Russische Föderation der Gegenwart mit ihrem Großmachtanspruch in Anknüpfung an die sowjetische und auch vorrevolutionäre
Zeit. Zur historischen Erfahrung Russlands gehören
die Entwicklung zum Vielvölkerreich und die Dominanz des Staates gegenüber der Gesellschaft. Der
gegenwärtige Krieg gegen die Ukraine folgt Denkmustern des Imperiums und des allrussischen Nationalismus aus dem 19. Jahrhundert.
Der Thermostat des Planeten: Wie die Erde ihr
Klima langfristig reguliert (und was jetzt gerade
passiert)
PD Dr. Jörg Geldmacher, Kiel
Wie schafft es die Erde eigentlich ihr Klima über hunderte
von Millionen Jahren so stabil zu halten, dass
flüssiges Wasser existieren kann? Und warum klappt
das nicht auf der Venus? Übersteht die Erde den menschgemachten
CO2-Anstieg? Dieser Vortrag ist eine
Reise durch die Zeit: Es geht um den Kohlenstoffkreislauf,
dem „Thermostat der Erde“ und was das größte
Massenaussterben in der Geschichte des Lebens mit
unserer heutigen Klimakrise zu tun hat.
Giuseppe Verdi und die Religion
Dr. Theo Saye, Flensburg
„Ihr seid alle verrückt!“ habe der große Opernkomponist
Giuseppe Verdi seiner frommen Lebensgefährtin
geantwortet, als sie ihn auf die Schönheiten der Schöpfung
aufmerksam machen wollte. Der Meister war in
der Tat antiklerikal und rationalistisch, verfügte zum
Beispiel, dass kein Priester bei seiner Beerdigung amtieren
sollte.
Trotzdem war sein erster große Erfolg die Oper „Nabucco“,
die das alttestamentarische Thema vom Exil
der Hebräer unter dem neubabylonischen König Nebukadnezar
II. behandelt. Außerdem ist Verdis Messa
da Requiem ohne Zweifel eine seiner wichtigsten
Kompositionen und wahrscheinlich das meistaufgeführte
großformatige Chorwerk, das seit Mozarts Requiem
geschrieben worden ist.
Verdis erstaunlich fruchtbare und produktive Auseinandersetzung
mit dem Christentum aber auch mit der
Religion im Allgemeinen wird in diesem (durchaus
nicht-theologischen!) Vortrag unter die musikalische
Lupe genommen.
Stammzellenforschung – Rebellion gegen die Vergänglichkeit
Prof. Dr. Thomas Bosch, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Stammzellen gelten als die Alleskönner unter den Zellen
und sind die Hoffnungsträger der Medizin. Beim Menschen
verlieren mit zunehmendem Alter mehr und mehr
Stammzellen ihre Fähigkeit, neue Zellen zu bilden. Reparaturprozesse
werden ineffektiv und eine Regeneration
von Gewebe damit unmöglich. Gelänge es, diesen Prozess
zu beeinflussen, würden sich auch alte Menschen
länger wohl und körperlich fit fühlen. Große Hoffnungen
liegen dabei auf den sogenannten induzierten Stammzellen
und der Möglichkeit, beliebige Zellen des Körpers in
den embryonalen Zustand zurückzuversetzen und damit
quasi unbegrenzt vermehr- und wandelbare Stammzellen
in die Hand zu bekommen. Wie das funktioniert, darüber
informiert Prof. Thomas Bosch in diesem Vortrag.
Die Mongolei – Natur, Landschaft und Kultur eines
fernen Landes
Dr. Andreas Mieth, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Die Mongolei ist der zweitgrößte Binnenstaat und das am
dünnsten besiedelte Land der Erde. Nur wenige Touristen
bereisen das Land mit seinen außergewöhnlichen Kultur-
und Naturschätzen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung
ist noch immer der Jahrtausende alten nomadischen Lebensweise
verbunden. Mehrmals im Jahr verlegen die Familien
ihre Jurten, um neue Weidegründe für ihre Schaf-,
Kaschmirziegen-, Yak- und Kamelherden aufzusuchen.
Die Begegnung mit diesen Menschen gehört zu den eindrücklichsten
Reiseerlebnissen. Die Vortragsreise folgt mit
eindrucksvollen Bildern einem landschaftlich vielseitigen
Transsekt durch das riesige Land, von den üppig blühenden
Waldsteppen im Norden, durch die Grassteppen entlang
der Flüsse bis zu den Dünenlandschaften der Gobi.
Unterwegs werden farbenprächtige Klöster, Märkte und
die Jurten von Nomadenfamilien aufgesucht.
Sophiesminder Nachmittage
Farbiges Marokko
Frank Lubowitz
Die Reiseroute führt zu den Königsstädten Marokkos,
Rabat, Meknes, Fes und Marrakesch, wobei insbesondere
Marrakesch einen ganz besonderen Zauber mit
seinem bunten orientalischen Treiben am Platz der Gehenkten
und in den Tiefen des Basars ausübt.
Die Menschen Marokkos sind überaus freundlich und
stolz darauf, ihren Gästen die Schönheit dieses Landes
zwischen Atlantik und Mittelmeer zeigen zu können.
Stimmungsvolle Adventszeit
Rainer Prüss
Der Vollblutmusiker Rainer Prüss gestaltet diesen adventlichen
Nachmittag auf seine einmalige kreative Art. Wir
dürfen gespannt sein auf musikalische und literarische
Beiträge zum Thema Advent, Weihnachten und Jahreswechsel.
Natürlich soll das gemeinschaftliche Singen
nicht zu kurz kommen. Auch alle Teilnehmenden möchten
gerne sind herzlich eingeladen, eine kleine Geschichte
zum Vortrag mitbringen oder eine Begebenheit
zu erzählen, die zur Unterhaltung und zum Nachdenken
beiträgt. Dazu werden wir uns Kaffee/ Tee und Kuchen
im festlich geschmückten Raum schmecken lassen.
Von Feuerland in die Antarktis
Kurt G. Jörgensen
Die Reise beginnt in Ushuaia, Feuerland, und führt uns
über die Falkland-Inseln, South-Georgia, Elephant Island,
South-Shetland Islands bis zum antarktischen Festland.
Dort besuchen wir die Weddell-Bucht und wandern auf
den Spuren der Expeditionen von Shackleton, Scott und
Amundsen.
Dabei besuchen wir Forschungsstationen in der Lemaireund
in der Gerlache-Street, sowie das südlichste Postamt
der Welt.
Über die Drake-Street und Kap Horn geht es zurück
nach Ushuaia.
Musische Nachmittage im Kloster
Wasser, Wüste, Weltwunder – Eindrücke einer
Jordanienreise
Dr. Ludwig und Martina Pülschen, Großsolt
Das haschemitische Königreich Jordanien zählt zu
den sog. Maschrek-Staaten. Es grenzt an Israel, den
im Westjordanland gelegenen Teil der palästinensischen Autonomiegebiete, Syrien, Irak, Saudi-Arabien
und im Süden an das Rote Meer. Dort, am Golf von
Akaba hat es zudem eine Seegrenze zu Ägypten. Die
seit Jahren bestehenden politischen und wirtschaftlichen Spannungen in dieser Region sind heute aktueller denn je. In dem Vortrag werden jedoch auch
Geographie, Klima, Geschichte und Kultur Jordaniens
beleuchtet.
Das Geheimnis der Herrenhäuser –
Auf den Spuren einer alten Kulturlandschaft
Michael Radtke, Schleswig
Sie sind meist sehr alt und wirken wie aus der Zeit
gefallen – doch die Herrenhäuser, vielleicht 70 an der
Zahl, prägen nach wie vor die Kulturlandschaft Schleswig-
Holsteins, selbst die, die nicht als Spielstätten in
das Schleswig-Holstein Musik-Festival einbezogen
werden. Was also macht den beständigen Reiz des fast
noch mittelalterlichen Wahlstorf, des klassizistischen
Knoop oder des trutzig-bäuerlichen Hoyerswort aus?
Die Antwort auf die Frage nach der Formel dieser
Sehnsuchtsarchitektur kann viele regionale Akzente
haben, aber ein Aspekt dürfte doch immer stimmen:
Herrenhaus-Areale sind eine Mischung aus Arbeiten
und Abschalten, aus Nutzen und Bequemlichkeit. Eine
Lebensform, die für viele Menschen heute wieder modern
ist.
Kants Entwurf eines Friedens, der gestiftet werden
muss
Dr. habil. Pascal Delhom, Flensburg
Im Jahr 1795 veröffentlichte Immanuel Kant,
dessen 300. Geburtsjahr 2024 gefeiert wird, seinen
philosophischen Entwurf Zum ewigen Frieden. Darin
vertrat er die These, wie etwa Thomas Hobbes und
Jean-Jacques Rousseau vor ihm, dass der Frieden
keine natürliche Ordnung der Welt ist, sondert durch
Menschen gestiftet werden muss. Er plädiert für eine
rechtliche Ordnung auf drei Ebenen: innerhalb der
Staaten, zwischen ihnen und auf der ganzen Welt.
Im Vortrag soll einerseits am Beispiel dieses Textes
Kants praktische Philosophie dargestellt, andererseits
die Aktualität seines Friedensentwurfs angesprochen
werden.
„Ich bin so vielfach“ Emmy Hennings – ein Abenteuer
Stefanie Oeding, Flensburg
Emmy Hennings ist eine der bedeutenden Schriftstellerinnen
und schillerndsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen
Literatur der Moderne und Avantgarde.
1885 wurde sie in Flensburg geboren und verbrachte
hier ihre Kindheit und Jugend. Die Literatin, Schauspielerin,
Sängerin, Diseuse, Expressionistin und Mitbegründerin
des Dadaismus hat ein vielschichtiges Werk an
Prosatexten, Gedichten, Feuilletonbeiträgen und einen
umfangreichen Briefwechsel u.a. mit den Autoren Hermann
Hesse und Hugo Ball, ihrem späteren Ehemann,
hinterlassen. Sie starb 1948 in Sorengo/ Schweiz.
Stefanie Oeding hat sich schon frühzeitig als Bibliothekarin
in der Stadtbibliothek mit Emmy Hennings beschäftigt.
Als Sängerin stellt sie literarisch-musikalische
Programme zusammen. Sie engagiert sich in der neu
gegründeten Emmy Hennings-Gesellschaft für Kulturaustausch
e.V.
In ihrem Vortrag stellt Stefanie Oeding den abenteuerlichen
Lebensweg von Emmy Hennings vor, angereichert
mit kurzen Einspielungen vertonter Gedichte sowie einer
Auswahl von neuen Büchern zur Dichterin.
Schleswigsche Gespräche
Von des Dänenkönigs Übermut und des Frankenkaisers
Burg
Dr. Thorsten Lemm, Schleswig
In dem Vortrag geht es um die Inbesitznahme Nordelbiens
durch die Franken im Jahre 810 und die Erbauung
der Burg Esesfelth (bei Itzehoe), die gegen den dänischen
König Godfred/Götrik gerichtet war. Der Referent
stellt die Ergebnisse der Ausgrabungen vor und geht auf
die politische Entwicklung dieser Jahre ein, die schließlich
in einem Konflikt zwischen Franken/Sachsen auf
der einen Seite und den zu der Zeit verbündeten Dänen
im Norden und Slawen im Osten mündete. Dabei
wurde die Burg an der Stör im Jahre 817 belagert und
erfolgreich verteidigt. Das Aussehen dieser frühmittelalterlichen
Burg und das Geschehen bei ihrer Belagerung
lässt sich anhand der Ausgrabungsergebnisse rekonstruieren
bzw. simulieren.
Vor 175 Jahren: Der dramatische Kampf der
Schleswig-Holsteiner für Freiheit und eine Verfassung
im Sommer und Herbst 1848
Dr. Martin Rackwitz, Kiel
Im September 1848 verabschiedete das erste demokratisch
gewählte Parlament in Schleswig-Holstein
das „Staatsgrundgesetz für die Herzogthümer Schleswig-
Holstein“. Unter stärkstem außenpolitischem
Druck – Dänemark und Preußen hatten sich kurz zuvor
über die Köpfe der Schleswig-Holsteiner hinweg auf
einen Waffenstillstand im Krieg geeinigt – entwickelten
die schleswig-holsteinischen Abgeordneten die seinerzeit
modernste und liberalste Verfassung in einem
deutschen Staat, um so ihre Unabhängigkeit und die
demokratischen Errungenschaften der Märzrevolution
zu sichern. Der Vortrag schildert die dramatische Entstehungsgeschichte
dieses revolutionären Staatsgrundgesetzes
vor dem Hintergrund der Schleswig-Holsteinischen
Erhebung gegen Dänemark und zeigt seine
Bedeutung für die Entwicklung der Demokratie in
Deutschland.
Tod in Venedig
Wiederaufnahme eines Balletts von John Neumeier
Ein Totentanz von John Neumeier frei nach der Novelle
von Thomas Mann. Als Musik verwendet Neumeier
Werke von Johann Sebastian Bach und Richard Wagner.
Sturmfluten in Nord- und Ostsee und das Ende der
Stadt: Die Beispiele Rungholt und Vineta
Prof. Dr. Oliver Auge, Kiel
Nicht erst 2023 suchte eine schwere Sturmflut die Ostseeküste
ein. Auch in früheren Zeiten stellte die Lage
an der Ost- wie Nordseeküste oft eine große Gefahr
dar. Der bebilderte Vortrag führt vor Augen, wie diese
Bedrohung durch die Meeresfluten sogar vermeintliche
oder tatsächliche Städte im Mittelalter zerstören konnte.
Er geht dabei insbesondere auf die mehr oder minder
bekannten Siedlungen Rungholt und Vineta ein.
Reisender – Amateurforscher – Gentleman: Friedrich
August von Noer
Prof. Dr. Martin Krieger, Kiel
Amateurgelehrter, Jäger, Adliger – Prinz Friedrich August
von Augustenburg war eine außergewöhnliche
Person. Hineingeboren in die politischen und militärischen
Konflikte zwischen Dänemark und Schleswig-
Holstein der Zeit um 1848, entzog er sich den
Zerwürfnissen in seiner Heimat. Auf der Suche nach
sich selbst führte ihn die Reiselust von der beschaulichen
Eckernförder Bucht zu den architektonischen
Höhepunkten des alten Indien. Der Vortrag beschäftigt
sich mit dem Leben des Indienreisenden und Amateurforschers.
