Inhaltsverzeichnis
- Tages Kultouren
- Halbtages Kultouren
- Mehrtages Kultouren
- Abendvorträge
- Sophiesminder Nachmittage
- Musische Nachmittage im Kloster
- Schleswigsche Gespräche
Tages Kultouren
Neu in der Museumslandschaft: Das
Jahrhunderthaus im Freilichtmuseum Molfsee
Die Stiftung Schleswig-Holsteinisches
Landesmuseum hat 2021 Zuwachs bekommen:
Im Freilichtmuseum Molfsee wurde das
„Jahrhunderthaus“ eröffnet. In einem
architektonisch bemerkenswerten Gebäude wird
die Geschichte des 20. Jahrhunderts anhand
von Gegenständen aus der volkskundlichen
Sammlung erlebbar. Es ist somit die Fortsetzung
des Freilichtmuseums, dessen Thema die ländliche
Vormoderne ist.
Es ist vorgesehen, das Jahrhunderthaus im Rahmen
einer Führung kennenzulernen, anschließend
ist das Mittagessen im Drathenhof geplant. Der
Nachmittag beginnt mit einer kurzen Einführung
in das Außengelände des Freilichtmuseums
und anschließend genügend freier Zeit, durch
das Museum zu wandern und seine Schätze zu
entdecken.
Das Freilichtmuseum ist ein weitläufiges Gelände,
passendes Schuhzeug und in diesem Fall auch eine
gute Kondition sind erforderlich.
Mit Fortuna auf den Spuren Christian IV in
Glückstadt
Glückstadt vereint erlebbare Stadtgeschichte,
beginnend 1617 durch den dänischen König
Christian IV., maritimes Flair, denkmalgeschützte
Häuserzeilen und Restaurants mit original Matjes
Buffets, einem Heimatmuseum im Palais Brockdorff.
Das werden wir erleben mit Führungen, bis wir
nachmittags die Heimreise antreten. Kaffee und
Kuchen gibt’s im Ausflugslokal Kühl, direkt an
der Störmündung. So gestärkt fahren wir über
Brunsbüttel zurück nach Flensburg.
Kanalfahrt in Hamburg und Hamburger
Kammeroper
Die Fahrten zur Hamburger Kammeroper haben
in der Deutschen Kulturgesellschaft eine lange
Tradition und erfreuen sich großer Beliebtheit.
Jedes Mal ist der Besuch der Kammeroper –
selbstverständlich mit Opernmenü – mit einem
Nachmittagsprogramm verbunden. In diesem
Jahr war es schwierig, ein Museumsprogramm zu
organisieren, da die Museen bei Gruppenbesuchen
in unserer Planungsphase im Februar in Hinblick
auf die Entwicklung von Corona noch vorsichtig
waren.
Anstelle eines Museumsbesuchs haben wir
deshalb eine Kanalfahrt auf einem Alsterschiff vom
Jungfernstieg aus geplant.
Das Opernprogramm am Abend dürfte eine
Überraschung darstellen „Die Zauberflöte – zweiter
Teil“ – was damit wohl gemeint sein könnte …?
Ausflug zu unseren Nachbarn – Fahrt nach
Nordschleswig
Wir besuchten Hadersleben, die ehemalige
Hafenstadt wird auch als „Wittenberg des
Nordens“ bezeichnet. Bei einem Stadtrundgang mit
Dombesichtigung tauchen wir in ein besonderes
Kapitel deutsch-dänischer Geschichte ein.
Der Dom liegt an der europäischen Route der
Backsteingotik.
Zur Mittagspause besuchen wir den ehemaligen
Grenzkrug von Christiansfeld. Hier
verlief bis 1920 die Grenze zwischen dem
Königreich Dänemark und dem Herzogtum
Schleswig. Nach dem Essen besuchen wir die
Herrnhuter Gemeine Christiansfeld, die wegen
ihrer religiösen und architektonischen Besonderheit
Weltkulturerbestadt geworden ist. Vergessen Sie
nicht die berühmten Honigkuchen für die daheim
Gebliebenen einzukaufen. Die Kaffeepause findet in
der Bildungsstätte Knivsberg statt, einer wichtigen
Einrichtung der deutschen Minderheit. Auf
einem kleinen Rundgang erfahren wir etwa zur
Geschichte des Ortes und des 1945 gesprengten
Bismarckturms.
Nolde Museum – Enge Sande – Langenhorn
In jeder Saison präsentiert die Nolde-Stiftung
in Seebüll eine neue Ausstellung mit Werken
des Künstlers. In diesem Jahr findet die 66.
Jahresausstellung statt. Ihr Thema lautet: “Emil
Nolde –Stille Welten“. In seinen Motiven hat
Nolde nach Angaben der Stiftung stille Momente
aufgespürt und sie künstlerisch zum Ausdruck
gebracht.
Während unseres Aufenthalts im Museum können
Sie dort auch eine Kaffeepause einlegen.
Wir werden das Nolde Museum gegen 17.00 Uhr
in Richtung Langenhorn verlassen. Unterwegs
halten wir in Enge-Sande, wo wir im Restaurant
Berger‘s das Abendessen einnehmen werden.
Beenden werden wir diesen Tag in der Kirche
von Langenhorn, wo uns diesmal im Rahmen
der sommerlichen Orgelkonzerte ein Konzert mit
Orgel und Klarinette erwartet.
Halbtages Kultouren
Die Brahmkampsgärten bei Albersdorf /
Dithmarschen
„Faszination des Lebens“ so beschreibt Frau Dr.
Ortner, die Eigentümerin dieser Gartenanlage
ihr philosophisches Gartenbuch. Die 7000 qm
große Parklandschaft hat sie seit 2006 mit 22
„Gartenzimmern“ ausgestaltet. Wir werden
z. B. durch die Gärten der Kindheit, der Liebe,
des Labyrinths, der Muße oder der Freude geführt.
Nach Stärkung bei Kaffee und Torte im Café auf
Gut Brahmkamp verweilen wir in unserem
Lieblings-Garten und philosophieren auf eigene
Art. Also insgesamt ein sehr wohltuender, heilsamer
Ausflug. Ein Kleinod der Natur, viel zu wenig
bekannt.
Die Heimreise führt uns über Heide.
Denken Sie an bequemes Schuhzeug!
Die Brahmkampsgärten bei Albersdorf /
Dithmarschen
„Faszination des Lebens“ so beschreibt Frau Dr.
Ortner, die Eigentümerin dieser Gartenanlage
ihr philosophisches Gartenbuch. Die 7000 qm
große Parklandschaft hat sie seit 2006 mit 22
„Gartenzimmern“ ausgestaltet. Wir werden
z. B. durch die Gärten der Kindheit, der Liebe,
des Labyrinths, der Muße oder der Freude geführt.
Nach Stärkung bei Kaffee und Torte im Café auf
Gut Brahmkamp verweilen wir in unserem
Lieblings-Garten und philosophieren auf eigene
Art. Also insgesamt ein sehr wohltuender, heilsamer
Ausflug. Ein Kleinod der Natur, viel zu wenig
bekannt.
Die Heimreise führt uns über Heide.
Denken Sie an bequemes Schuhzeug!
Auf den Spuren der Franziska zu Reventlow
Wir beginnen den Nachmittag mit einer Führung
durch das Schloss vor Husum. Danach erleben
wir eine Lesung im Fortuna-Saal mit der Husumer
Schriftstellerin Dr.Therese Chromik, die mit viel
Verständnis und Sympathie, uns Einblicke in die
Persönlichkeit der Fanny von Reventlow geben
wird. Nach Stärkung bei Kaffee und Kuchen im
Künstler-Cafe gehen wir in den Herzoginnen-
Garten des Schlosses, dort stehen „Steinblöcke“ der
Flensburger Künstlerin Elsbeth Arlt mit dem Leitsatz
von Fanny: Alles möchte ich immer!“
Neues in und um Flensburg
Die Corona-Pandemie machte uns in den
vergangenen Jahren einen Strich durch viele
Reiseplanungen, mit den Abstandsregeln war es
im Bus und in Hotels schwierig, Museen hatten
geschlossen oder waren nur eingeschränkt
zugänglich und letztlich blieben die
Anmeldezahlen hinter den Erwartungen zurück.
Da wir aber diese schon länger geplante KulTour
nach Detmold und Umgebung weiterhin für
interessant halten und die Vorbereitungen
übernommen werden konnten, schreiben wir
diese Reise erneut aus.
Dies soll keine architekturgeschichtliche
Reise werden, vielmehr wollen wir uns
eine Landschaft mit ihren kleinen Städten
erschließen, die im „stillen Winkel“ zwischen
den Autobahnen A2 und A7 liegt.
Die Weserrenaissance, jener Baustil,
der zwischen der Reformation und dem
Dreißigjährigen Krieg aus den Niederlanden
kommend, in dieser Region prägend wurde,
soll uns dabei als Leitfaden dienen, wenn wir
von einem sehr schön und ruhig gelegenen,
komfortablen Hotel in der Nähe von Detmold
Mehrtages Kultouren
Auf den Spuren der Weserrenaissance
Die Corona-Pandemie machte uns in den
vergangenen Jahren einen Strich durch viele
Reiseplanungen, mit den Abstandsregeln war es
im Bus und in Hotels schwierig, Museen hatten
geschlossen oder waren nur eingeschränkt
zugänglich und letztlich blieben die
Anmeldezahlen hinter den Erwartungen zurück.
Da wir aber diese schon länger geplante KulTour
nach Detmold und Umgebung weiterhin für
interessant halten und die Vorbereitungen
übernommen werden konnten, schreiben wir
diese Reise erneut aus.
Dies soll keine architekturgeschichtliche
Reise werden, vielmehr wollen wir uns
eine Landschaft mit ihren kleinen Städten
erschließen, die im „stillen Winkel“ zwischen
den Autobahnen A2 und A7 liegt.
Die Weserrenaissance, jener Baustil,
der zwischen der Reformation und dem
Dreißigjährigen Krieg aus den Niederlanden
kommend, in dieser Region prägend wurde,
soll uns dabei als Leitfaden dienen, wenn wir
von einem sehr schön und ruhig gelegenen,
komfortablen Hotel in der Nähe von Detmold.
In Detmold soll natürlich auch das Hermanns-
Denkmal besucht werden und von unserem
Hotel aus werden wir einen Spaziergang zu
den Externsteinen machen. In der Nähe von
Höxter besuchen wir die Weltkulturerbestätte
Kloster Corvey, ganz in der Nähe ist das Schloss
Fürstenberg mit der dortigen Porzellanmanufaktur
und des Porzellanmuseums ein weiteres
Ziel. Sowohl diese Besuche als auch die
Stadtbesichtigungen erfordern ein gutes Schuhwerk
und etwas Kondition.
Ein Höhepunkt unserer Fahrt wird eine Ballettgala
im Theater Detmold sein. Katharina Torwesten, die
ehemalige Flensburger Ballettmeisterin, ist jetzt in
gleicher Position in Detmold und freut sich darauf,
mit uns zusammenzutreffen.
Es sind an einigen Tagen auch Ruhepausen
eingeplant, denn die Umgebung unseres Hotels
lädt zu Waldspaziergängen ein. Außerdem hat
unser Hotel ein Schwimmbad, von dem wir hoffen,
dass es zum Zeitpunkt der Reise wieder geöffnet
werden darf. Leider ist die Zahl der Einzelzimmer
sehr begrenzt, so dass wir auf Doppelzimmer zur
Einzelnutzung ausweichen müssen
Spätsommertour nach Helsingør
Kulturliebhaber kommen in Helsingør voll auf ihre
Kosten. Das weltberühmte Schloss Kronborg, seit
dem Jahr 2000 als Weltkulturerbe eingetragen,
und eine alte Werft, die zum Kulturzentrum
umfunktioniert wurde mit einem unter Wasser
liegendem Seefahrtsmuseum – das „gewendete
Dock“.
Ganz in der Nähe unseres Ausgangspunktes
Helsingør liegen die Gutsanlage mit Museum der
Schriftstellerin Karen Blixen sowie das Louisiana-
Museum, traumhaft am Oeresund gelegen, beides
werden wir mit Führungen erleben.
Auch unser Hotel Konventum hat eine traumhafte
Lage direkt am Sund. Es gibt einen neuen
Wanderweg auf den Spuren des Philosophen
Søren Kierkegaard in Gillleje. Wir wollen eine
entspannte Zeit, verbunden mit viel Historischem,
Naturimpressionen und moderner Kunst wie das
Arken Museum in Ishøy, erleben und genießen.
Für diese Fahrt sind eine gute Kondition und
bequemes Schuhzeug erforderlich.
Abendvorträge
Das schwierige Jahrfünft
Prof. Dr. Thomas Wegener Friis, Flensburg
Kaum eine Zeit hat das Dänemark des 20.
Jahrhunderts so nachhaltig geprägt wie die deutsche
Besatzung 1940-1945. Obwohl das Okkupations-
Model in Dänemark im europäischen Vergleich
milde verlief und zeitweise als „Musterprotektorat“
galt, wurde die Besatzung weder zeitgenössisch
noch in der Retrospektive als solches verstanden.
Die Geschichte der sogenannten „Fünf Verdammten
Jahre“ entwickelten sich zu dem Teil der dänischen
Geschichte, der am intensivsten bearbeitet wurde
und ist wiederkehrendes Thema in der Populärkultur.
Sie formten durch diese Erinnerungskultur die
Nachkriegszeit deutlich und auch das Selbstbild
der Dänen. Dabei werden die Besatzung an sich
und ihre Nachwirkungen zunehmend kritisch von
Historikerinnen und Historikern betrachtet. In diesem
Vortrag wird sowohl auf die Geschichte Dänemarks
während des Zweiten Weltkrieges als auch auf ihre
langfristige Bedeutung für das Königreich und dessen
deutsche Nachbarn eingegangen.
Islamische und moderne Architektur in Kairo
Dr. Sebastian Elsässer, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Gegründet als Heerlager und Provinzhauptstadt
des islamischen Großreichs der Umayyaden und
Abbasiden wurde die Stadt im 10. Jahrhundert
zum Zentrum des Fatimidenreiches. Seine Blütezeit
erreichte Kairo im 12.-15. Jahrhundert als Hauptstadt
der Mamluken, die prachtvolle Moscheen- und
Medresenkomplexe hinterließen. Im 19. und frühen
12-15. Jahrhundert, dem Zeitalter des europäischen
Kolonialismus, erlebte die Stadt einen erneuten
Boom, der das Stadtbild bis heute prägt.
Von Grundruhr, Strandraub und Piraterie.
Die Niederelbe, ein mittelalterlicher Konfliktraum
Stefan Brenner M.A., Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Der Zeitraum 1250 bis 1450 lässt sich als eine
Hochphase begreifen, in der Elb- und
Nordseeanrainer, wie z.B. die Landschaften
Wursten und Hadeln, schwerpunktmäßig allerdings
Dithmarschen, in zahlreiche Auseinandersetzungen
bis hin zu regelrechten Kriegen mit der aufblühenden
Handelsmetropole Hamburg verwickelt waren
– während insbesondere Dithmarschen mit
Strandraub- und Piraterievorwürfen seitens der
Hansestadt konfrontiert wurde, versuchte Hamburg,
zum Leidwesen der übrigen Elbanlieger, den
Handelsverkehr auf dem Fluss unter Umgehung des
eigenen Hafens zu verbieten. Diesen Konfliktlinien,
ihren Ursachen und Ausgestaltungsformen geht der
bebilderte Vortrag in einer regionalgeschichtlichen
Perspektive auf den Grund.
Das menschliche Gehirn:
Aufbau, Funktionsweise und Störungen
Prof. Dr. Robert Göder, Kiel
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen
Universitätsgesellschaft
Unser Gehirn gilt als das komplexeste Organ im
Universum. Der erste Teil des Vortrags behandelt
den speziellen Aufbau des menschlichen Gehirns
und geht auf Prinzipien der Funktionen ein. Im
zweiten Teil werden einige neuro-psychatrische
Erkrankungen und ihre biologischen Grundlagen
erörtert. Die Kulturgesellschaft hat in der
Vergangenheit einige biologische Vortragsthemen
angeboten. Diesmal geht es um unser Gehirn,
welches die Kulturleistungen der Menschheit erst
ermöglicht.
Sophiesminder Nachmittage
Ein märchenhafter Adventsnachmittag
Klaus Strupp, Flensburg
Der Vortragende erzählt, wie er zu Märchen,
besonders der Brüder Grimm, Hans-Christian
Andersen und Wilhelm Hauff, gekommen ist und
erzählt ihnen dann, sozusagen als Beispiel, ein
Märchen von H.C. Andersen mit Bezug zur Advents-
und Weihnachtszeit, zugleich ein Beispiel dafür, was
dieses Märchen für eine tiefere Bedeutung haben
könnte, also eine mögliche Interpretation.
Segeln, antike Stätten und Vulkane
Margret und Andreas Weber, Flensburg
Ein Segeltörn im Mittelmeer ist mehr als in Buchten
ankern, baden und in der Sonne liegen. Margret und
Andreas Weber erzählen von ihrer Segelreise im
Mittelmeer. Vom Segeln, das so anders ist als in der
heimatlichen Ostsee, von den vielen historischen
Stätten, die am Wege liegen, und dem Besuch
zweier Vulkane. Und natürlich von Land und
Leuten. Freuen Sie sich auf einen Bericht von einem
Segeltörn, bei dem es nicht nur ums Segeln geht.
Vietnam und Kambodscha.
Mehr als ein Reisebericht
Jürgen Pahlke, Handewitt
Der Referent nimmt Sie mit auf eine Bilderreise
durch Vietnam und Kambodscha. Start ist Hanoi
im Norden mit einem Abstecher zur Lan Ha
Bucht. Weiter nach Hu, der alten Kaiserstadt
mit Drachenboot Fahrt auf dem Parfümfluss.
Über den Wolkenpass geht es nach Hôi An zum
Vollmond Lichterfest. Im Süden folgt Ho Chi Minh
City, das frühere Saigon mit einem Besuch des
Cu Chi Tunnelsystem und eines Schwimmenden
Marktes im Mekong Delta. In Kambodscha dann
uralte Tempelanlagen, zum Teil überwuchert von
Würgefeigen. Zum Abschluss der Reise dann Angkor
Wat, das größte religiöse Bauwerk der Welt.
Musische Nachmittage im Kloster
Kultur im Radio
Werner Junge, Flensburg
Musik, Geräusche und Sprache. Das sind die drei
Zutaten mit denen Radio arbeitet. Musik geht
direkt ins Herz oder den Bauch, schafft Emotionen.
Sprache muss durch den Kopf. Erst dort entstehen
dann die Bilder. Bilder werden auch durch
Geschichten geschaffen. So gilt insbesondere auch
für Kulturberichte, dass sie im Radio als Geschichte
erzählt werden müssen. Die zu finden, so zu
erzählen, dass ein Erzähl- und ein Verständnisfluss
entstehen kann ist das Ziel. Wie das geht, wie
Sprache und Erzählweise für ein Hörmedium
beschaffen sein sollten, darüber berichtet Werner
Junge, langjähriger Studioleiter des Studios Flensburg
und danach Chef der Redaktion Heimat, Kultur
und Wissenschaft des NDR im Landesfunkhauses
Schleswig-Holstein
Mit Weißen Bussen in die Freiheit
Bernd Philipsen/Fred Zimmak, Flensburg
Am 1. Mai 1945 rollten weiß angestrichene
und mit dem Rot-Kreuz-Emblem versehene
Busse und Sanitätswagen durch das Tor des
Arbeitserziehungslagers Nordmark in Kiel-Hassee.
Sie gehörten zum Kontingent der von dem Schweden
Folke Bernadotte geleiteten Rettungsmission, um in
der Endphase des Zweiten Weltkrieges möglichst
viele KZ-Häftlinge aus den Händen der SS zu
befreien und nach Schweden in Sicherheit zu
bringen. In Kiel nahmen die Fahrzeuge 153 jüdische
Häftlinge auf. Wir schildern ihren langjährigen
Leidensweg durch Ghettos und Lager und ihr Leben
nach dem Überleben.
Schleswigsche Gespräche
Haithabu und sein Ausgräber – Herbert Jankuhn
und die Ausgrabungen der Jahre 1930 bis 1939
Dr. Volker Hilberg, Schleswig
Mit der Wiederaufnahme der Ausgrabungen
in dem wikingerzeitlichen Handelsplatz von
Haithabu bei Schleswig im Jahr 1930 ist der
Beginn einer außerordentlichen Karriere eines
jungen Archäologen verbunden. Noch als Student
übernimmt der aus Ostpreußen stammende Herbert
Jankuhn die Erforschung eines archäologischen
Fundplatzes, der schon damals als untergegangene
Stadt die Öffentlichkeit in ihren Bann zog.
Insbesondere seine gute persönliche Beziehung mit
dem Reichsführer SS, Heinrich Himmler, und dessen
Wissenschaftsorganisation „Ahnenerbe“ sorgten
für einen ungeahnten Aufschwung der Haithabu-
Forschung. In dem Vortrag sollen diese Aspekte
mit zahlreichen unveröffentlichten Unterlagen
und ihre Auswirkungen auf den Fortgang des
Forschungsprojektes Haithabu in der Nachkriegszeit
umfassender dargestellt werden.
Zwischen Macht, Geld und Schicksal. Die Ehen der
Herzöge von Augustenburg
Prof. Dr. Oliver Auge, Kiel
Es ist eine moderne Erfindung, dass persönliche
Zuneigung und Liebe wesentliche Voraussetzungen
für eine gute Ehe darstellen. In älteren Zeiten spielten
ganz andere Motive eine Rolle. Ein Hauptzweck
der Ehen bestand darin, legitime Nachkommen zu
bekommen und damit den Fortbestand der Dynastie
zu sichern. Auch bot sich über eine Ehe die Chance
zum weiteren Aufstieg innerhalb der sozialen
Hierarchie. Obendrein spielte die Zusammenführung
von Reichtum und Besitz und nicht zuletzt die
Anbahnung oder Untermauerung politischer
Bündnisse oder die Besiegelung von Vertrags-,
speziell Friedensvereinbarungen eine wichtige Rolle.
Der bebilderte Vortrag wird in diesem Sinne die Ehen
und Ehepolitik, von der Forschung als Konnubium
bezeichnet, der Herzöge von Augustenburg
vertiefend in den Blick nehmen.
