Abendvorträge Frühjahr 26

Inhaltsverzeichnis


Die Abendvorträge finden im Vortragssaal der
Stadtbücherei, Flensburg-Galerie statt.
Sie beginnen um 19.00 Uhr.


Das bedingungslose Grundeinkommen aus bildungstheoretischer Sicht Demokratisierung
der Muße?

Donnerstag 29.01.26
Dr. Manuel Franzmann, Kiel

In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft

Über genügend „Muße“ zu verfügen ist ein Privileg, das sozialstrukturell sehr ungleich verteilt ist. Einige sehen darin kein Problem, weil sie glauben, dass „Müßiggang aller Laster Anfang“ ist. Aus einer bildungstheoretischen Perspektive, die an Wilhelm von Humboldt anknüpft, stellt es sich jedoch umgekehrt dar. Darin erscheint (selbstbestimmte) Muße als Anfang jedes genuinen Bildungs- und Autonomisierungsprozesses. Ein „BGE“, das in bescheidener, aber zum würdigen Leben ausreichender Höhe gewährleistet wäre, würde Allen „Muße“ strukturell verfügbar machen. Vor dem Hintergrund der aktuellen „multiplen Krisen“ von globalem Ausmaß mag dies manchen als sozialromantische Luxusperspektive erscheinen. Jedoch verweist die wachsende Ressentimentbildung in Teilen der Bevölkerung auf das Problem, dass viele Menschen in der sich beschleunigenden gesellschaftlichen Transformation zu wenig (müßige) Freiräume für eine selbstbestimmte (bildende) Auseinandersetzung mit dieser haben. Das BGE könnte sich diesbezüglich sogar als einziger Ausweg erweisen.


Die Kunst des Sterbens (Ars moriendi): Historische Vorbilder für die heutige Begleitung sterbender
Menschen

Donnerstag 05.02.26
Prof. Dr. Enno Edzard Popkes, Kiel

In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft

Die Geschichte der Menschheit ist begleitet von der Frage, wie man sterbende Menschen auf dem letzten Weg ihres Lebens begleiten kann. Diesbezüglich wurden verschiedene Konzepte von Seelsorge entwickelt, die zuweilen sogar als eine ars moriendi bezeichnet wurden, als eine ,Kunst des Sterbens‘. In dem Vortrag werden zunächst verschiedene historische Vorbilder erläutert. Vor diesem Hintergrund wird dargelegt, in welcher Weise dieselben auch heute neue Formen von Seelsorge in der Sterbebegleitung und Trauerbewältigung ermöglichen können.


Himmelsphänomene in den Werken von Caspar David Friedrich

Donnerstag 26.02.26
Prof. Dr. Holger Kersten, Kiel

In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft

Caspar David Friedrich, der wohl bedeutendste Maler der deutschen Romantik, ist bekannt für seine eindrucksvollen Landschaftsbilder, in denen Himmelsphänomene oftmals eine zentrale Rolle
spielen. Friedrich nutzte den Himmel nicht nur als Hintergrundelement, sondern als wesentliches Mittel, um Stimmungen und philosophische Botschaften zu vermitteln. Seine Darstellungen von Sonnenaufgängen und -untergängen, von Nebel und Dämmerung sowie des nächtlichen Himmels
können als Hinweise auf das Jenseits und das Unendliche interpretiert werden. Ein stürmischer Himmel kann Gefühle des Verlorenseins in den Naturgewalten hervorrufen, während ein ruhiger, klarer Himmel Frieden und Kontemplation darstellt. Beispiele dafür sind u.a. „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) oder „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ (1819/20).
Im Vortrag soll es vor allem um die Ergründung und Erklärung der dargestellten
Himmelsphänomene gehen. Sind z.B. die dargestellten Szenen real und lassen sie sich gar genauer datieren oder verorten? So sollen – ausgehend von Friedrichs Werken – physikalische Erscheinungen beschrieben und anhand von praktischen Versuchen illustriert werden.


Künstliche Intelligenz zwischen Fortschritt und Verantwortung – Chancen und Risiken aus
wirtschaftsethischer Sicht

Donnerstag 26.03.26
Prof. Dr. Kerstin Prechel, Flensburg

Künstliche Intelligenz (KI) verändert derzeit nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche – von der industriellen Produktion über den Gesundheitssektor bis hin zu Bildung und Verwaltung. Doch mit der technischen Entwicklung gehen auch tiefgreifende gesellschaftliche und ethische Fragen einher: Wie lässt sich KI verantwortungsvoll gestalten? Welche Folgen hat sie für den Arbeitsmarkt und unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit? Und welche Chancen eröffnen sich für die regionale Wirtschaft?
Der Vortrag zeigt, wie sich technischer Fortschritt, ökonomische Interessen und ethische Verantwortung in Einklang bringen lassen – und lädt zu einer gemeinsamen Reflexion über die Zukunft künstlicher Intelligenz ein.